Gesundheit

Gesundheit – von physischer und psychischer Gesundheit

Spätestens in Zeiten der Krise wird uns  bewusst, dass die Gesundheit das wohl wichtigste „Gut“ ist, über das wir verfügen. Ohne Gesundheit wird alles andere nachrangig oder gar bedeutungslos. 

Damit ist nicht nur die individuelle Gesundheit gemeint sondern auch die organisationale und kollektive Gesundheit. Das wird uns derzeit mehr denn je vor Augen geführt. Gleichwohl fängt Gesundheit bei jedem Menschen selbst an. Alle können etwas dazu beitragen, dass sie gesund bleiben und die Gesundheit anderer fördern. In der Arbeit von Businessbar und in diesem Blog möchte ich den Fokus vor allem auch auf die psychische Gesundheit richten. Selbstfürsorge, Burnoutprävention, Resilienz, Gesunde Führung und Gesunde Arbeit sind Stichworte, die wir vertiefen werden.

Gesundheit als Megatrendhttp://www.zukunftsinstitut.de

Gesundheit ist zu einem Megatrend geworden, der neben Wissenskultur, Urbanisierung, Konnektivität, Individualisierung, Neo-Ökologie, Globalisierung, Gender Shift, New Work, Mobilität, Silver Society und Sicherheit nicht erst in Zukunft große Bedeutung haben wird.

Die Menschen sind gesundheitsbewusst und wollen gesund leben und arbeiten. Meines Erachtens geht es jedoch nicht nur um eine gute Work-Life-Balance sondern um eine Balance aller Lebensbereiche. Healthy Hedonism definiert hierbei ein Wohlbefinden von Körper und Geist. Das möchte ich – nicht zuletzt aus der Perspektive von Yoga und Achtsamkeit – um die Seele ergänzen.

Sehr anschaulich zeigt dies auch das Mandala Modell der Gesundheit von Hancock, das mit weiteren Informationen auf der Seite der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA-Leitbegriffe: Leitbegriffe) unter dem Stichwort Gesundheit zu finden ist:

Hancocks „Mandala-Modell der Gesundheit“ (in: Blättner/Waller 2011, S. 83)

Der ganzheitliche Ansatz bezieht sich mit Holistic Health auch auf den bereits angesprochenen größeren Kontext und schließt Staat und Gesellschaft mit ein. Auch dies wird uns angesichts der Pandemie derzeit einmal mehr bewusst. Ganz konkret ist damit beispielsweise auch die Arbeitswelt bzw. -umgebung gemeint. Mit Corporate Health – Gesundheitsmanagement im Unternehmen – wird Gesundheitsprävention (Preventive Health) zur Führungsaufgabe.

Definitionsversuche – Wie definiert sich Gesundheit?

Neben den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) finden sich in der Literatur mehr und mehr Definitionen, die versuchen, die Komplexität physischer und psychischer Gesundheit zu erfassen.

Gesundheit wurde von der Weltgesundheitsorganisation folgendermaßen definiert:

WHO 1946: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

WHO 2013: „Psychische Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und etwas zu ihrer Gemeinschaft beitragen kann.“

Eine etwas ausführlichere Definition (Definitionsvorschlag), die mir sehr eingängig erscheint, liefern Hurrelmann und Richter:

„Gesundheit bezeichnet den Zustand des Wohlbefindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich psychisch und sozial in Einklang mit den Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet. Gesundheit ist nach diesem Verständnis ein angenehmes und durchaus nicht selbstverständliches Gleichgewichtstadium von Risiko- und Schutzfaktoren, das zu jedem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt immer erneut in Frage gestellt ist. Gelingt das Gleichgewicht, dann kann dem Leben Freude und Sinn abgewonnen werden, es ist eine produktive Entfaltung der eigenen Kompetenzen und Leistungspotenziale möglich und es steigt die Bereitschaft, sich gesellschaftlich zu integrieren und zu engagieren.“

Oder knapper von den Autoren definiert:

„Gesundheit ist das Stadium des Gleichgewichts von Risikofaktoren und Schutzfaktoren, das eintritt, wenn einem Menschen eine Bewältigung sowohl der inneren (körperlichen und psychischen) als auch äußeren (sozialen und materiellen) Anforderungen gelingt. Gesundheit ist ein Stadium, das einem Menschen Wohlbefinden und Lebensfreude vermittelt.“

Die BzGA weist hier in ihren Ausführungen darauf hin, dass dieses Stadium dynamisch ist. Das wollen wir im weiteren Verlauf näher betrachten.

Salutogenese – Wechsel der Blickrichtungen

Aaron Antonovsky lenkte den Blick auf das, was uns gesund macht oder erhält. Damit steht nicht mehr die Krankheit im Fokus sondern die Gesundheit, die als ein dynamischer Prozess verstanden wird.

Wir bewegen uns in einem Kontinuum zwischen Krankheit und Gesundheit und sind – je nach Verfassung – mehr oder weniger krank oder gesund.

Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum (in: Hurrelmann/Richter 2013, S. 125)

Nach Antonowsksy Kontzept der Salutogenese sollten wir uns auf das konzentrieren, was uns gesund macht. Der Vergleich mit dem Ertrinkenden, der nicht gerettet werden soll sondern zum Schwimmen befähigt, trifft es hier ganz gut!

Resilienz – Das psychische Immunsystem

Nicht nur die körperliche Gesundheit ist wichtig für unser Wohlbefinden, auch die seelische Gesundheit trägt hierzu wesentlich bei. Resilienz hilft uns dabei, auch mit Krisen umgehen zu können, sie unbeschadet zu überstehen und bestenfalls gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Die Stärkung der Resilienz ist ein solches „Befähigen zum Schwimmen“, das oben genannt wurde. In einer schnelllebigen Zeit mit Arbeitsverdichtung, Dauererreichbarkeit und Wandel als Normalzustand sollten wir uns unbedingt zum Schwimmen befähigen, damit die Seele Schritt halten kann. Wichtige Resilienzfaktoren, die gestärkt und entwickelt werden können sind:

  • Achtsamkeit
  • Akzeptanz
  • Optimismus
  • Zukunftsorientierung
  • Selbstregulation
  • Netzwerkorientierung
  • Selbstwirksamkeitserwartung

Weitere Informationen hierzu in einem der folgenden Impuls-Lettern oder unter: Yoga&Resilienz – Businessbar. Mit Klick auf diesen Link können Sie sich auch ein kleines Gratis-Booklet zum Thema „Resilienz“ im PDF-Format anfordern:

Literatur:

Blättner B. / Waller H.: Gesundheitswissenschaft – Eine Einführung in Grundlagen, Theorie und Anwendung, 5. überarb. Aufl., Stuttgart 2011 (die aktuelle Auflage enthält diese Abbildung leider nicht mehr)

Hurrelmann K. / Richter M.: Gesundheits- und Medizinsoziologie – Eine Einführung in sozialwissenschaftliche Gesundheitsforschung, 8. überarb. Aufl., Weinheim 2013

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